Rettet den Eckentaler Biotopgarten
Umgehungsstraße bedroht Ort des Arten-und Klimaschutzes
Der Eckentaler Eckenberg ist geprägt von überwiegend extensiv bewirtschafteten Wiesen, stellenweise durchbrochen von Hecken und Feldgehölzen. Wildtiere und Wildpflanzen brauchen vernetzte Lebensräume. Je kleinräumiger eine Landschaft gegliedert ist, desto wirkungsvoller sind die Einzelbiotope miteinander vernetzt. Straßen bilden für viele Arten unüberwindliche Barrieren und bewirken zu kleine, zerschnittene Lebensräume. Damit bedrohen Straßen die Entfaltung und Fortpflanzung empfindlicher Arten.
In diesem Beitrag soll ein 5000 Quadratmeter großer Garten vorgestellt werden, der an der Kreisstraße ERH 9 zwischen den Eckentaler Ortsteilen Forth und Eckenhaid kurz vor dem Scheitelpunkt der Kreisstraße liegt.


Der Garten wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts als Obstgarten angelegt. Die Obstbäume stehen größtenteils nur noch als Baumruinen im Garten und sind mit anderen Wildobstbäumen und Sträuchern an der Südseite zu einer undurchdringlichen Hecke verwachsen.
100 Jahre alter Birnbaum

Den Eingangsbereich des Gartens dominiert ein mächtiger, etwa 100 Jahre alter Birnbaum. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken bezeichnet alte Birnbäume als wilde Schönheiten. Sie sind ökologisch hochwertige Kulturgüter und wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Käfern, Bienen, Wespen, Ameisen und Spinnen. Zudem besiedeln viele Vögel und Säugetiere so einen alten Baum. Auffällig sind die unterschiedlichen Flechten, die auf der mäßig sauren Rinde der Birnbäume für sie typische Flechtengesellschaften entwickeln können.
Biotopbäume und Totholz

Weil der frühere Obstgarten jahrzehntelang sich selbst überlassen war, enthält er heute viele Biotopbäume und Totholz. Während Totholz bereits ganz abgestorbenist, finden sich bei Biotopbäumen die Totholzstrukturen am zumindest teilweise noch lebenden Baum. Sie haben beide für die Artenvielfalt eine besondere Bedeutung: Für zahlreiche spezialisierte Tier-, aber auch Moos-, Pilz- und Flechtenarten sind sie ein wichtiger Bestandteil ihres Lebensraumes.
Baumhöhlen, ob vom Specht gezimmert oder durch das Ausfaulen eines Astes entstanden, werden von einer Vielzahl von Tierarten von Käfern, über Fledermäusen und Bilchen bis zu den Höhlenbrütern genutzt.

Mulmhöhlen entstehen an lebenden, älteren Bäumen über viele Jahre durch Pilzbefall aus kleinen Verletzungen, Astabbrüchen oder Spechthöhlen. In diesen exklusiven Strukturen leben bedrohte Käferarten, wie der marmorierte Rosenkäfer.
Die Larve der wärmeliebenden Art entwickelt sich in Baumhöhlen im Mulm alter Laubbäume, gerne in Eichen und Obstbäumen. Das feucht-modrige Milieu umgestürzter Bäume (liegendes Totholz) nutzen Amphibien als Tagesversteck und Überwinterungsquartier.





