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Unser Vogelschutzgebiet im Regnitztal - die Zugvögel

Jeder von uns kennt das Kinderlied „Alle Vögel sind schon da“ und weiß, dass es einen jährlichen Vogelzug gibt, bei dem manche Vögel aus unserer Gegend für die Winterzeit verschwinden.
Dabei handelt es sich um den alljährlichen Zug vieler Vögel in wärmere, lebensfreundlichere Gebiete.
Weltweit rechnet man augenblicklich mit etwa 50 Milliarden Zugvögeln, 5 Milliarden davon sind die Zugvögel, die von Europa nach Afrika fliegen – und davon wieder ein paar Tausend sind den Sommer über Gäste unseres Regnitztales.

Nach der zurückgelegten Distanz unterscheidet man zwischen Kurzstreckenziehern (fliegen bis 2000km), Mittelstreckenziehern (fliegen bis 4000km) und Langstreckenzieher.
Beispiele für die Kurz- und Mittelstreckenzieher sind Star, Gartenrotschwänzchen, Buchfink, Feldlerche, Rotkehlchen, Zilpzalp, Tafelente und Haubentaucher. Langstreckenzieher sind Kuckuck, Nachtigall, Schwalben, Storch und Mauersegler. Der Weltrekord im Weitflug wurde übrigens von einer Pfuhlschnepfe aufgestellt, die ohne Zwischenlandung von Alaska nach Neuseeland geflogen ist, eine Strecke von 11 500 km!
Bei den Zugvögeln gibt es wiederum die sogenannten Teilzieher, von denen nur ein Teil der ansässigen Vögel ihren Standort verlassen – wie ich vom Eisvogel berichtet habe, wo es nur die Männchen sind. Andere Teilzieher sind z.B. der Star, das Rotkehlchen, der Hausrotschwanz und die Bachstelze.
Die meisten Zugvögel über Deutschland bewegen sich in einer Höhe von 1000 Metern. Es wurden aber auch schon Vögel in einer Höhe von ca. 8000 Metern angetroffen, vorwiegend Schwäne und Gänse.

Die Flüge finden bei Tag und bei Nacht statt, wobei große, schwere Vögel am Tag fliegen und die aufsteigende warme Thermik nutzen, während die kleineren Vögel diese heftigen Luftbewegungen eher meiden und während dieser Zeit am Boden ruhen.
Erstaunlich ist auch die Wanderung des Kuckucks…er wird von fremden Eltern aufgezogen, die teilweise gar keine Zugvögel sind und macht sich dann im Herbst alleine auf den Weg nach Afrika.
Eine wichtige Orientierungshilfe für die Vögel bei ihrem weiten Flug sind dabei der Magnetsinn, der Sternenhimmel, der Sonnenstand und auffällige Landmarken.
Untersuchungen haben gezeigt, dass das Zugverhalten zwar genetisch  angelegt ist, aber nicht starren Regeln folgen muss, sondern sich durchaus im Laufe der Zeit verändern kann. So lässt sich seit einiger Zeit beobachten, dass immer mehr Vögel inzwischen in Mitteleuropa oder in der Schweiz überwintern, ihre Flugrouten wesentlich ändern oder ganz im Sommerquartier bleiben.
Angesichts der wirklich riesigen Strecken und der großen Gefahren auf ihrem Weg mutet es jährlich wie ein Wunder an, dass unsere kleinen Freunde wieder zu uns zurückfinden und uns auch in schwierigen Zeiten unsere Gärten im Frühjahr wieder beleben.