Das Gebiet "Tennenloher Forst" liegt südöstlich von Erlangen und wurde bis 1993 als militärischer Truppenübungsplatz, zuletzt durch die US-Armee, genutzt. Dadurch entstanden offene Sandgebiete mit einer Vielzahl schützenswerter Lebensräume.

Seit 2003 dienen Urwildpferde als mobile Landschaftspfleger, seit 2012 unterstützt durch Pfauenziegen.

Urwildpferde im NSG Tennenloher Forst
Urwildpferde im NSG Tennenloher Forst
Urwildpferde im NSG Tennenloher Forst
Urwildpferde im NSG Tennenloher Forst
Urwildpferde im NSG Tennenloher Forst

Die Bilder wurden uns von der Gebietsbetreuung zur Verfügung gestellt.

Zur Homepage des NSG Tennenloher Forst


25 Jahre Pflege der Flugsanddüne Weissensee bei Tennenlohe

Sie ist ein eher weniger bekanntes Juwel im Naturschutzgebiet „Tennenloher Forst“, wird von der BN-Kreisgruppe betreut und gepflegt und ist dennoch bedroht: die Flugsanddüne Weißensee. Vor allem Freizeitaktivitäten, die hier nichts zu suchen haben, machen ihr zu schaffen.

Noch vor dem Abzug der US-Armee hatte die Kreisgruppe mit der naturschutzfachlichen Betreuung im ehemaligen Standortübungsplatz begonnen. Im Mai 1992 wurde zwischen Forsträtin Waltraud Wagner (damals Staatliches Forstamt Erlangen) und Dr. Jürgen Tendel (damals Leiter der AG Biotop- und Artenschutz) vereinbart, die ca. 3,2 Hektar große Düne zu pflegen und zu entwickeln. Seither haben hier 36 Aktive der AG entbuscht, Streu weggeschleppt, geplaggt – und alles akribisch dokumentiert. Insgesamt 850 Stunden hatten sie ehrenamtlich aufgebracht.

Die Dokumentation finden Sie hier (94 S., 10,5 MB).

Offensand, Sandtrockenrasen, Heide, Flechtenkiefern- und Sandkiefernwald prägen heute die Düne. 1992 drohten die kleinen Lichtungen vollständig zuzuwachsen und mit dem hohen Stickstoffeintrag über den Regen verloren immer mehr der Magerkeitsspezialisten ihren Lebensraum. „Es war nach Einschätzung von Prof. Nezadal, dem Sandexperten des BN dringend nötig, etwas zu tun“, sagt einer der ehrenamtlichen Betreuer der Düne. 1994 und 2005 erfolgten mit Hilfe des Forstes größere Freistellungen, 2016 konnten Roteichen mit einem Kleinbagger herausgenommen werden.

Die besonnte Freifläche konnte auch dank kontinuierlicher Pflege und der guten Zusammenarbeit mit  Forst- und Untere Naturschutzbehörde um fast 80 Prozent vergrößert werden. Zielarten wie Frühlingsspörgel, die Blauflügelige Ödlandschrecke, „Wappentier“ der SandAchse Franken, Dünen-Sandlaufkäfer und Ameisenlöwe haben heute stabile Populationen auf der Freifläche. Die Kreuzkröte konnte erstmals 1996 beobachtet werden. Damit stellt sie einen Trittstein zwischen den großen Sandoffenflächen im Tennenloher Forst, am Exerzierplatz und den Schwabachterrassen dar.

Obwohl die Düne in einem nicht öffentlich zugänglichen Bereich des Naturschutzgebietes liegt, kommen immer mehr Hundehalter und lassen ihre Vierbeiner dort buddeln, Mountainbiker fahren querfeldein. „Was in geringem Maße unschädlich ist hat hier leider überhandgenommen. Etwa 70 Prozent der wertvollen Bodenflechten sind auf der Freifläche in den letzten Jahren verschwunden“, kritisiert die AG Biotop- und Artenschutz. Mit Hilfe der Naturschutzbehörde und der Naturschutzwacht soll das Wegegebot hier wieder durchgesetzt werden, „damit 25 Jahre Pflege nicht umsonst waren“.

Tom Konopka, 2018