Einkaufsführer für regionale und ökologische Weihnachtsbäume

Wir rufen die Verbraucher dazu auf Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die ohne Kunstdünger und Pestizide groß geworden sind. Auch in unserer Region werden Bio-Christbäume angeboten, aber wir wollen natürlich auch bei Waldbesitzern, Plantagenbetreibern und Verkäufern fordern, noch mehr Bio-Weihnachtsbäume anzubieten. Es müssen sich Nachfrage und Angebot deutlich ausweiten. Auch in Erlangen und dem Umland gibt es entsprechende Angebote.

Weichnachtsbaum einer Bioplantage in Neunkirchen-Rödlas (Landkreis Forchheim)
28.11.2019

Am besten aus frisch dem Wald oder bio und regional

„Das Optimale ist bio-zertifiziert bzw. giftfrei aus dem Wald und aus der Region“, so Straußberger. „Aber dazwischen gibt es natürlich viele Abstufungen“. An Verkaufsständen angebotene, konventionelle Weihnachtsbäume haben oft schon weite Transportwege hinter sich, wenn sie z.B. aus dem Sauerland oder gar aus Dänemark kommen. Dies trägt zu höheren Schadstoffbelastungen bei und ist schlecht für Klima, Mensch und Umwelt. Der BN empfiehlt deshalb einen Weihnachtsbaum aus der Region zu kaufen. Am umweltschonendsten erzeugt sind heimische Nadelbäume aus den hiesigen Wäldern, die auch im Rahmen der Waldpflege anfallen oder auf Leitungstrassen wachsen. Problematisch sieht der BN, dass die ca. 50.000 Hektar an Weihnachtsbaumplantagen in Deutschland als landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen. Für skandalös hält es der BN, wenn für Plantagen teilweise sogar Wälder „gerodet“ werden. „Wir appellieren an Waldbesitzer und Förster, mehr Weihnachtsbäume aus ihren Wäldern anzubieten. Diese fallen bei der Waldpflege sowieso an. Bisher stammen nur etwa 5 % der Weihnachtsbäume direkt aus dem Wald“, so Straußberger. Immerhin werden zunehmend Aktionen zum „Weihnachtsbaumfällen“ angeboten. Das Aussuchen und Fällen des eigenen Baumes wird so zum Erlebnis für die ganze Familie.

Giftdusche bleibt nicht ohne Wirkung

Im Jahr 2017 hatte der BUND zusammen mit dem BN zuletzt in einer deutschlandweiten Stichprobe in 13 von 17 Weihnachtsbäumen Pestizide gefunden. Auch wenn die gefundenen Mengen wahrscheinlich nicht akut gesundheitsschädlich sind, ist nicht auszuschließen, dass die Rückstände in beheizten Räumen an die Umgebung abgegeben werden können und bei empfindlichen Menschen zu Reizungen führen können. Von den Auswirkungen auf die Artenvielfalt in den Christbaumplantagen ganz zu schweigen. „Wir sind besorgt, da Test bei Weihnachtsbäumen wiederholt zeigen, dass in konventionellen Weihnachtsbaumplantagen verbreitet Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt werden“, so NN. „Wir fordern, dass die Pestizidanwendung in den Christbaumkulturen reduziert und mittelfristig eingestellt werden muss, weil es gute Alternativen gibt, wie die wachsende BN-Anbieterliste zeigt“.

Verschiedene Anbaustandards der Verbände

Dabei reicht die Palette des pestizid- und düngerfreien Anbaus von den hohen Standards der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland, Biokreis und Naturland über EU-Bio-Zertifizierungen bis hin zu freiwilligen Selbstverpflichtungen von Anbauern, die aus verschiedenen Gründen (noch) keine Biozertifizierung anstreben, aber auf Pestizide und Kunstdünger verzichten. VerbraucherInnen können hier selbst entscheiden, welchen Standard sie unterstützen. Die Standards der verschiedenen Verbände befinden sich am Ende der Pressemitteilung.

Übersicht regionaler Anbieter

  • 91052 Erlangen, Verkauf von einigen Bio-Christbäumen aus dem Spessart von Marx GmbH, (neben konventionell erzeugten Bäumen, Auszeichnung beachten), Mo – Sa 8 – 20 Uhr, Obi, Kurt-Schumacher-Str. 14
  • 91056 Erlangen, Verkauf von einigen Bio-Christbäumen aus dem Spessart von Marx GmbH, (neben konventionell erzeugten Bäumen, Auszeichnung beachten), Mo – Sa 8 – 20 Uhr, Obi, Neumühle 1
  • 91058 Erlangen-Tennenlohe, Christbäume aus heimischen Kulturen und Wäldern sowie Bio-Christbäume aus Bayern im Walderlebniszentrum, Kiefern, Fichten und Tannen bis 3 Meter Höhe am 13. – 15.12.2019 von 8.30 – 16 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr. Zusätzlich Basar mit Glühwein, Kinderpunsch und tollen Geschenkideen! Tel. 09131/604640
  • 91207 Lauf an der Pegnitz, Christbaumaktion der BN-Ortsgruppe Lauf am 21.12., 10 - 12 Uhr im Laufer Stadtwald mit Förster Michael Bayerer, Fichten aus Naturverjüngung gegen Spende, Treffpunkt im Laufer Industriegebiet (am Ende der Industriestraße nach rechts abbiegen, bis zum Waldrand fahren). Es gibt heiße Getränke und weihnachtliches Gebäck für Kinder und Erwachsene, Bitte Säge mitbringen.
  • 91301 Forchheim, Advent im Wald mit dem BaySF-Forstbetrieb an der Waldhütte am Sandhof bei Oberhaid, 15.12., 11 – 16 Uhr, Infos unter www.baysf.de/de/aktionen/weihnachten/

Weiterführende Links

Weihnachtsbaum-Testergebnisse des BUND aus 2017:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgifte/umweltgifte_weihnachtsbaumtest_hintergrund.pdf

Demeter-Richtlinie:

https://www.demeter.de/leistungen/zertifizierung/richtlinien#richtlinien-erzeuger

Bioland Richtlinie:https://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Richtlinien/Bioland_Richtlinien_18_Maerz_2019.pdf

Biokreis Richtlinie:
https://www.biokreis.de/wp-content/uploads/2019/09/Richtlinie_Erzeugung_Gartenbau_M%C3%A4rz-2018.pdf

Richtlinie Naturland:

https://www.naturland.de/images/Naturland/Richtlinien/Naturland-Richtlinien_Erzeugung.pdf

Mitgliederzeitschrift

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