BN unterstützt offenen Brief an den Stadtrat: Containern legalisieren!

Seit drei Monaten werden in Erlangen vermehrt Anzeigen gegen Menschen aufgenommen, die Lebensmittel aus den Mülltonnen von Supermärkten holen. Außerdem scheint es zur Abschreckung verstärkt Polizeikontrollen an bestimmten Supermärkten zu geben. Wir unterstützen den offenen Brief einer Initiative zur Entkriminalisierung der Rettung von Lebensmitteln!

Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Containern#/media/Datei:Freegan_at_work.jpg), CreativeCommons Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

05.07.2020

Offener Brief an den Erlanger Stadtrat
06. Juli 2020

Sehr geehrte Abgeordnete des Stadtrats Erlangen,
Seit drei Monaten werden in Erlangen vermehrt Anzeigen gegen Menschen aufgenommen, die
Lebensmittel aus den Mülltonnen von Supermärkten holen. Außerdem scheint es zur Abschreckung
verstärkt Polizeikontrollen an bestimmten Supermärkten zu geben.
Doch containern, wie das Retten der Lebensmittel vor dem Müll genannt wird, ist kein Verbrechen!
Wir fordern Sie auf,

  • Sich für die Zurücknahme der laufenden Anzeigen gegen die Lebensmittelretterinnen und -retter einzusetzen, z.B. bei den verantwortlichen Supermärkten;
  • Gegen die gezielten Polizeikontrollen an Supermärkten Stellung zu beziehen;
  • Das Containern in Erlangen zu entkriminalisieren und sich dem eigentlichen Problem zu widmen: der immensen Verschwendung von Lebensmitteln inmitten einer ökologischen Krise und wirtschaftlichen Rezession.

Containern ist der Versuch, privat und direkt gegen diese Verschwendung vorzugehen. Deutschlandweit sind das 12 Mio Tonnen jährlich - das entspricht 6 Mio Tonnen CO2-Äquivalenten1. Auch hier in Erlangen zeigt ein einziger Blick in die Mülltonnen Unmengen an guten, weggeworfenen Nahrungsmitteln – trotz Abholungen der Tafel oder Beteuerungen der Supermärkte. Die Gründe sind vielfältig - oft reicht z.B. die Beschädigung eines Einzelprodukts, um die gesamte Großpackung zu entsorgen, denn der Müll ist günstiger als die Arbeitskraft der Angestellten, die es aussortieren könnten. Wir begrüßen, dass die Stadt Erlangen vor einem Jahr den Klimanotstand ausgerufen hat. Lassen Sie nun konkrete Taten folgen! Städte wie München liefern ein tolles Beispiel: Sie haben in ihrem Koalitionsvertrag u.a. festgelegt, mit den Unternehmen der Stadt Lösungen zur Minimierung der
Verschwendung zu erarbeiten und das Containern nicht mehr zu verbieten. Wir sind gerne bereit, an der Ausarbeitung solcher Lösungen mitzuwirken.
Mit freundlichen Grüßen!
Johanna Wiglinghoff, Stella Prott und Gesa Müller, Erlangen containert

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